Journal · Webdesign
Was die Pflege einer Website im Monat kostet.
Was kostet die Wartung einer Website? Laufende Kosten nach System, was Wartungsverträge abdecken und welche versteckten Posten oft übersehen werden.
Die Wartung einer kleinen Unternehmenswebsite kostet zwischen 20 und 150 Euro im Monat, je nach System und Leistungsumfang. Darin enthalten sind Hosting, Domain, Sicherheitsupdates und gelegentliche Änderungen. Was genau in diesem Betrag steckt und wo versteckte Kosten lauern, lässt sich aufschlüsseln.
Die Erstellungskosten einer Website sind einmalig. Die Wartungskosten fallen jeden Monat oder jedes Jahr an, solange die Seite läuft. Wer nur den Erstellungspreis vergleicht, vergleicht unvollständig.
Was “Wartung” bei einer Website bedeutet
Wartung ist ein Bündel aus technischen und inhaltlichen Aufgaben.
Hosting
Jede Website braucht einen Server, auf dem sie liegt und von dem sie ausgeliefert wird. Die Kosten hängen von der Leistung ab.
| Hosting-Art | Typische Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|
| Shared Hosting | 3 bis 10 Euro/Monat | Kleine Websites mit wenig Besuchern |
| Managed Hosting | 15 bis 50 Euro/Monat | WordPress-Seiten mit Wartungsbedarf |
| VPS (eigener Server) | 5 bis 30 Euro/Monat | Individuelle Projekte mit voller Kontrolle |
| Baukasten-Hosting | Im Abo enthalten | Wix, Squarespace, Jimdo |
Domain
Eine .de-Domain kostet 5 bis 15 Euro pro Jahr. Eine .com-Domain 10 bis 20 Euro. Die Domain muss auf Ihren Namen registriert sein, nicht auf den Ihres Dienstleisters.
SSL-Zertifikat
Ein SSL-Zertifikat verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server. Bei den meisten Hostern ist es kostenlos enthalten (Let’s Encrypt). Wer ein erweitertes Zertifikat (EV oder OV) braucht, zahlt 50 bis 200 Euro pro Jahr.
Sicherheitsupdates
Bei WordPress und anderen CMS-Systemen müssen der Kern, die Plugins und das Theme regelmäßig aktualisiert werden. Ein veraltetes Plugin ist das häufigste Einfallstor für Angriffe.
Bei einer statisch generierten Website (ohne CMS) entfällt dieser Posten weitgehend. Es gibt keine Datenbank und keine Plugins, die angegriffen werden könnten.
Backups
Regelmäßige Sicherungskopien der Dateien und der Datenbank. Bei einem Totalausfall oder einem Angriff ist das Backup der Weg zurück. Manche Hoster bieten tägliche Backups an, andere nicht.
Inhaltliche Aenderungen
Neue Öffnungszeiten, ein geänderter Ansprechpartner, ein zusätzlicher Absatz auf einer Leistungsseite, ein neues Teamfoto. Diese Änderungen fallen unregelmäßig an, müssen aber zeitnah umgesetzt werden.
Laufende Kosten nach Systemtyp
Die Wahl des Systems bestimmt die laufenden Kosten stärker als die Wahl des Dienstleisters.
Baukasten (Wix, Squarespace, Jimdo)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Abo (inkl. Hosting, Domain, SSL) | 12 bis 40 Euro/Monat |
| Premium-Vorlagen oder Apps | 0 bis 20 Euro/Monat |
| Inhaltspflege | Eigene Zeit oder Dienstleister |
| Jährlich gesamt | 150 bis 720 Euro |
Der Baukasten bündelt die technischen Kosten in einem Abo. Dafür zahlen Sie jeden Monat, unabhängig davon, ob Sie die Seite nutzen oder nicht.
WordPress
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Hosting | 5 bis 50 Euro/Monat |
| Domain | 5 bis 15 Euro/Jahr |
| SSL | Meist kostenlos |
| Plugin-Lizenzen (Premium) | 0 bis 200 Euro/Jahr |
| Theme-Lizenz | 0 bis 80 Euro/Jahr |
| Updates und Sicherheit | Selbst oder 20 bis 80 Euro/Monat |
| Jährlich gesamt | 120 bis 1.500 Euro |
Die Spanne ist groß, weil sie davon abhängt, wie viele Premium-Plugins im Einsatz sind und ob Sie die Updates selbst machen oder einen Wartungsvertrag haben.
Von Hand entwickelte Website (statisch)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Hosting (VPS oder statisch) | 5 bis 20 Euro/Monat |
| Domain | 5 bis 15 Euro/Jahr |
| SSL | Kostenlos (Let’s Encrypt) |
| Plugin-Lizenzen | Keine |
| Updates und Sicherheit | Minimal (kein CMS) |
| Aenderungen | Nach Aufwand oder Pauschale |
| Jährlich gesamt | 80 bis 500 Euro |
Ohne CMS entfallen die meisten laufenden Kosten. Dafür brauchen Sie für Änderungen einen Dienstleister, der den Quellcode bearbeiten kann, oder ein vereinbartes Verfahren.
Was ein Wartungsvertrag typischerweise abdeckt
Ein Wartungsvertrag regelt, welche Aufgaben Ihr Dienstleister übernimmt und wie schnell er reagiert. Die Inhalte variieren, aber die folgenden Punkte sind Standard.
Technische Wartung
- Sicherheitsupdates für System, Plugins und Theme (bei CMS)
- Regelmäßige Backups
- Überwachung auf Ausfälle und Sicherheitsvorfälle
- SSL-Zertifikat erneuern
Inhaltliche Pflege
- Kleine Textänderungen und Bildtausch
- Neue Unterseiten oder Blogbeiträge einpflegen
- Kontaktdaten und Öffnungszeiten aktualisieren
Reaktionszeit
Ein guter Wartungsvertrag nennt eine Reaktionszeit. 24 Stunden für Standardanfragen, vier Stunden für Ausfälle ist ein üblicher Rahmen.
Was NICHT enthalten ist
Größere Umbauten, neue Funktionen, Redesign und SEO-Maßnahmen sind in der Regel nicht Teil eines Wartungsvertrags. Sie werden gesondert beauftragt.
Versteckte Kosten, die oft übersehen werden
Plugin-Lizenzen
Viele WordPress-Plugins sind in der Basisversion kostenlos, verlangen aber für wichtige Funktionen ein Jahresabo. Wer fünf Premium-Plugins nutzt, zahlt schnell 200 bis 400 Euro pro Jahr allein dafür.
Bildlizenzen
Stock-Fotos von Anbietern wie Shutterstock oder Adobe Stock kosten pro Bild oder als Abo. Wer zehn Bilder auf der Website hat, die lizenziert werden müssen, zahlt einmalig 50 bis 200 Euro oder ein laufendes Abo.
E-Mail-Hosting
Eine professionelle E-Mail-Adresse auf Ihrer Domain (info@ihrefirma.de) kostet 1 bis 5 Euro pro Postfach und Monat. Bei manchen Hostern ist ein Postfach enthalten, bei anderen nicht.
Cookie-Einwilligung und Datenschutz
Ein professionelles Einwilligungstool wie Cookiebot, Usercentrics oder Borlabs Cookie kostet 10 bis 50 Euro pro Monat. Manche Lösungen sind kostenlos, dafür weniger komfortabel oder rechtlich weniger belastbar.
Laufende SEO-Kosten
Suchmaschinenoptimierung ist kein einmaliger Posten. Wer über Google gefunden werden will, muss Inhalte pflegen, technische Fehler beheben und die Konkurrenz beobachten. Das kostet Zeit oder Geld.
Wann sich ein Wartungsvertrag lohnt
Lohnt sich, wenn
- Sie ein CMS nutzen, das regelmäßige Updates braucht
- Sie keine technischen Kenntnisse haben und sich nicht damit beschäftigen möchten
- Änderungen zeitnah umgesetzt werden müssen (Öffnungszeiten, Personalwechsel)
- Ihre Website geschäftskritisch ist und Ausfälle Kunden kosten
Lohnt sich weniger, wenn
- Ihre Website statisch ist und selten geändert wird
- Sie selbst technisch versiert sind und Updates einspielen können
- Aenderungen nur ein- bis zweimal im Jahr anfallen
Beispielrechnung: Kleine Unternehmensseite, ein Jahr
Eine Physiotherapie-Praxis in Frankfurt mit einer Website aus sieben Seiten, Kontaktformular und Terminbuchung.
Variante A: WordPress mit Wartungsvertrag
| Posten | Kosten/Jahr |
|---|---|
| Managed Hosting | 240 Euro |
| Domain (.de) | 10 Euro |
| Premium-Theme | 60 Euro |
| 3 Premium-Plugins | 180 Euro |
| Wartungsvertrag (Updates, Backups, kleine Aenderungen) | 480 Euro |
| Cookie-Tool | 120 Euro |
| Gesamt | 1.090 Euro |
Variante B: Von Hand gebaut, Betreuungspauschale
| Posten | Kosten/Jahr |
|---|---|
| Hosting auf Ihren Namen | 60 Euro |
| Domain (.de) | 10 Euro |
| Plugin-Lizenzen | 0 Euro |
| Cookie-Tool | 0 Euro (selbst gebaut) |
| Betreuungspauschale (Aenderungen, Hosting, Support) | 360 Euro |
| Gesamt | 430 Euro |
Der Unterschied liegt im Betrag und mehr noch in dem, was darin enthalten ist. Variante A hat vier laufende Abhängigkeiten (Theme, Plugins, Cookie-Tool, Hoster), Variante B hat eine.
Zusammenfassung
Die Wartung einer Website kostet Geld, ob Sie es als Abo, als Vertrag oder als eigene Zeit bezahlen. Was sich unterscheidet, ist die Höhe und die Kontrolle darüber.
Vor der Beauftragung einer Website drei Fragen stellen:
- Was kostet der Betrieb nach dem Livegang pro Jahr?
- Von wie vielen externen Diensten hängt die Seite ab?
- Was passiert, wenn ich den Anbieter wechseln möchte?
Die Antworten auf diese Fragen bestimmen die tatsächlichen Kosten stärker als der Erstellungspreis.