Journal · Webdesign

Was die Pflege einer Website im Monat kostet.


Was kostet die Wartung einer Website? Laufende Kosten nach System, was Wartungsverträge abdecken und welche versteckten Posten oft übersehen werden.

25.09.2026 · Oliver Weber 10 Min. Lesezeit

Die Wartung einer kleinen Unternehmenswebsite kostet zwischen 20 und 150 Euro im Monat, je nach System und Leistungsumfang. Darin enthalten sind Hosting, Domain, Sicherheitsupdates und gelegentliche Änderungen. Was genau in diesem Betrag steckt und wo versteckte Kosten lauern, lässt sich aufschlüsseln.

Die Erstellungskosten einer Website sind einmalig. Die Wartungskosten fallen jeden Monat oder jedes Jahr an, solange die Seite läuft. Wer nur den Erstellungspreis vergleicht, vergleicht unvollständig.

Was “Wartung” bei einer Website bedeutet

Wartung ist ein Bündel aus technischen und inhaltlichen Aufgaben.

Hosting

Jede Website braucht einen Server, auf dem sie liegt und von dem sie ausgeliefert wird. Die Kosten hängen von der Leistung ab.

Hosting-Art Typische Kosten Geeignet für
Shared Hosting 3 bis 10 Euro/Monat Kleine Websites mit wenig Besuchern
Managed Hosting 15 bis 50 Euro/Monat WordPress-Seiten mit Wartungsbedarf
VPS (eigener Server) 5 bis 30 Euro/Monat Individuelle Projekte mit voller Kontrolle
Baukasten-Hosting Im Abo enthalten Wix, Squarespace, Jimdo

Domain

Eine .de-Domain kostet 5 bis 15 Euro pro Jahr. Eine .com-Domain 10 bis 20 Euro. Die Domain muss auf Ihren Namen registriert sein, nicht auf den Ihres Dienstleisters.

SSL-Zertifikat

Ein SSL-Zertifikat verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server. Bei den meisten Hostern ist es kostenlos enthalten (Let’s Encrypt). Wer ein erweitertes Zertifikat (EV oder OV) braucht, zahlt 50 bis 200 Euro pro Jahr.

Sicherheitsupdates

Bei WordPress und anderen CMS-Systemen müssen der Kern, die Plugins und das Theme regelmäßig aktualisiert werden. Ein veraltetes Plugin ist das häufigste Einfallstor für Angriffe.

Bei einer statisch generierten Website (ohne CMS) entfällt dieser Posten weitgehend. Es gibt keine Datenbank und keine Plugins, die angegriffen werden könnten.

Backups

Regelmäßige Sicherungskopien der Dateien und der Datenbank. Bei einem Totalausfall oder einem Angriff ist das Backup der Weg zurück. Manche Hoster bieten tägliche Backups an, andere nicht.

Inhaltliche Aenderungen

Neue Öffnungszeiten, ein geänderter Ansprechpartner, ein zusätzlicher Absatz auf einer Leistungsseite, ein neues Teamfoto. Diese Änderungen fallen unregelmäßig an, müssen aber zeitnah umgesetzt werden.

Laufende Kosten nach Systemtyp

Die Wahl des Systems bestimmt die laufenden Kosten stärker als die Wahl des Dienstleisters.

Baukasten (Wix, Squarespace, Jimdo)

Posten Kosten
Abo (inkl. Hosting, Domain, SSL) 12 bis 40 Euro/Monat
Premium-Vorlagen oder Apps 0 bis 20 Euro/Monat
Inhaltspflege Eigene Zeit oder Dienstleister
Jährlich gesamt 150 bis 720 Euro

Der Baukasten bündelt die technischen Kosten in einem Abo. Dafür zahlen Sie jeden Monat, unabhängig davon, ob Sie die Seite nutzen oder nicht.

WordPress

Posten Kosten
Hosting 5 bis 50 Euro/Monat
Domain 5 bis 15 Euro/Jahr
SSL Meist kostenlos
Plugin-Lizenzen (Premium) 0 bis 200 Euro/Jahr
Theme-Lizenz 0 bis 80 Euro/Jahr
Updates und Sicherheit Selbst oder 20 bis 80 Euro/Monat
Jährlich gesamt 120 bis 1.500 Euro

Die Spanne ist groß, weil sie davon abhängt, wie viele Premium-Plugins im Einsatz sind und ob Sie die Updates selbst machen oder einen Wartungsvertrag haben.

Von Hand entwickelte Website (statisch)

Posten Kosten
Hosting (VPS oder statisch) 5 bis 20 Euro/Monat
Domain 5 bis 15 Euro/Jahr
SSL Kostenlos (Let’s Encrypt)
Plugin-Lizenzen Keine
Updates und Sicherheit Minimal (kein CMS)
Aenderungen Nach Aufwand oder Pauschale
Jährlich gesamt 80 bis 500 Euro

Ohne CMS entfallen die meisten laufenden Kosten. Dafür brauchen Sie für Änderungen einen Dienstleister, der den Quellcode bearbeiten kann, oder ein vereinbartes Verfahren.

Was ein Wartungsvertrag typischerweise abdeckt

Ein Wartungsvertrag regelt, welche Aufgaben Ihr Dienstleister übernimmt und wie schnell er reagiert. Die Inhalte variieren, aber die folgenden Punkte sind Standard.

Technische Wartung

  • Sicherheitsupdates für System, Plugins und Theme (bei CMS)
  • Regelmäßige Backups
  • Überwachung auf Ausfälle und Sicherheitsvorfälle
  • SSL-Zertifikat erneuern

Inhaltliche Pflege

  • Kleine Textänderungen und Bildtausch
  • Neue Unterseiten oder Blogbeiträge einpflegen
  • Kontaktdaten und Öffnungszeiten aktualisieren

Reaktionszeit

Ein guter Wartungsvertrag nennt eine Reaktionszeit. 24 Stunden für Standardanfragen, vier Stunden für Ausfälle ist ein üblicher Rahmen.

Was NICHT enthalten ist

Größere Umbauten, neue Funktionen, Redesign und SEO-Maßnahmen sind in der Regel nicht Teil eines Wartungsvertrags. Sie werden gesondert beauftragt.

Versteckte Kosten, die oft übersehen werden

Plugin-Lizenzen

Viele WordPress-Plugins sind in der Basisversion kostenlos, verlangen aber für wichtige Funktionen ein Jahresabo. Wer fünf Premium-Plugins nutzt, zahlt schnell 200 bis 400 Euro pro Jahr allein dafür.

Bildlizenzen

Stock-Fotos von Anbietern wie Shutterstock oder Adobe Stock kosten pro Bild oder als Abo. Wer zehn Bilder auf der Website hat, die lizenziert werden müssen, zahlt einmalig 50 bis 200 Euro oder ein laufendes Abo.

E-Mail-Hosting

Eine professionelle E-Mail-Adresse auf Ihrer Domain (info@ihrefirma.de) kostet 1 bis 5 Euro pro Postfach und Monat. Bei manchen Hostern ist ein Postfach enthalten, bei anderen nicht.

Ein professionelles Einwilligungstool wie Cookiebot, Usercentrics oder Borlabs Cookie kostet 10 bis 50 Euro pro Monat. Manche Lösungen sind kostenlos, dafür weniger komfortabel oder rechtlich weniger belastbar.

Laufende SEO-Kosten

Suchmaschinenoptimierung ist kein einmaliger Posten. Wer über Google gefunden werden will, muss Inhalte pflegen, technische Fehler beheben und die Konkurrenz beobachten. Das kostet Zeit oder Geld.

Wann sich ein Wartungsvertrag lohnt

Lohnt sich, wenn

  • Sie ein CMS nutzen, das regelmäßige Updates braucht
  • Sie keine technischen Kenntnisse haben und sich nicht damit beschäftigen möchten
  • Änderungen zeitnah umgesetzt werden müssen (Öffnungszeiten, Personalwechsel)
  • Ihre Website geschäftskritisch ist und Ausfälle Kunden kosten

Lohnt sich weniger, wenn

  • Ihre Website statisch ist und selten geändert wird
  • Sie selbst technisch versiert sind und Updates einspielen können
  • Aenderungen nur ein- bis zweimal im Jahr anfallen

Beispielrechnung: Kleine Unternehmensseite, ein Jahr

Eine Physiotherapie-Praxis in Frankfurt mit einer Website aus sieben Seiten, Kontaktformular und Terminbuchung.

Variante A: WordPress mit Wartungsvertrag

Posten Kosten/Jahr
Managed Hosting 240 Euro
Domain (.de) 10 Euro
Premium-Theme 60 Euro
3 Premium-Plugins 180 Euro
Wartungsvertrag (Updates, Backups, kleine Aenderungen) 480 Euro
Cookie-Tool 120 Euro
Gesamt 1.090 Euro

Variante B: Von Hand gebaut, Betreuungspauschale

Posten Kosten/Jahr
Hosting auf Ihren Namen 60 Euro
Domain (.de) 10 Euro
Plugin-Lizenzen 0 Euro
Cookie-Tool 0 Euro (selbst gebaut)
Betreuungspauschale (Aenderungen, Hosting, Support) 360 Euro
Gesamt 430 Euro

Der Unterschied liegt im Betrag und mehr noch in dem, was darin enthalten ist. Variante A hat vier laufende Abhängigkeiten (Theme, Plugins, Cookie-Tool, Hoster), Variante B hat eine.

Zusammenfassung

Die Wartung einer Website kostet Geld, ob Sie es als Abo, als Vertrag oder als eigene Zeit bezahlen. Was sich unterscheidet, ist die Höhe und die Kontrolle darüber.

Vor der Beauftragung einer Website drei Fragen stellen:

  1. Was kostet der Betrieb nach dem Livegang pro Jahr?
  2. Von wie vielen externen Diensten hängt die Seite ab?
  3. Was passiert, wenn ich den Anbieter wechseln möchte?

Die Antworten auf diese Fragen bestimmen die tatsächlichen Kosten stärker als der Erstellungspreis.

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